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By Claudia Weber

Dass Geschlechtszugehorigkeit ein strukturierendes Prinzip des Arbeitsmark tes, der betrieblichen Arbeitsorganisation oder der personalpolitischen Ge staltung von Karrierewegen ist, gilt (wenn auch in unterschiedlicher Auspra gung) fur alle Industrielander. Aber in kaum einem anderen Land erscheint die geschlechtsspezifische Segmentation der Beschaftigungsbedingungen (Lohn, beruflicher prestige, Aufstiegsperspektiven, Beschaftigungssicherheit) so krass und ausgepragt wie in Japan. Frauen tragen die Hauptlast konjunktu reller Beschaftigungsanpassungen, ubernehmen uberwiegend gering qualifi zierte Arbeitsplatze in nachgeordneten Positionen und folgen in aller Regel der starren gesellschaftlichen (und unternehmerischen) Erwartungshaltung, dass sie nach Schul- oder Hochschulabschluss und mehrjahriger Tatigkeit ihre Erwerbskarriere zugunsten einer langeren Familienpause unterbrechen, um danach erneut dem Arbeitsmarkt zur Verfugung zu stehen. Diese Diskonti nuitat der Erwerbstatigkeit benachteiligt Frauen um so mehr, als Senioritat und Dauerbeschaftigung noch immer die wesentlichen Mechanismen von innerbetrieblichem Aufstieg darstellen. Betriebliche Rekrutierung mit der Perspektive von Dauerbeschaftigung und kontinuierlicher betriebs interner Qualifizierung bevorzugt notwendigerweise diejenigen, die eine permanente, moglichst exzessive "Rundumnutzung" und eine langfristige Amortisation betrieblicher Humankapitalinvestitionen versprechen. Wie in anderen Industrielandern sind seit langem auch in Japan die Struk turen der Frauenerwerbstatigkeit und das Geschlechterverhaltnis auf dem Arbeitsmarkt vor dem Hintergrund veranderter Rahmenbedingungen in Be wegung geraten. Die Ausweitung des Dienstleistungssektors, die Flexibilisie rung der betrieblichen Personalkonzepte, demographische Verschiebungen und veranderte Lebensentwurfe der Frauen eroffnen neue Zugangs wege zu bisher blockierten Laufbahnen und Positionen. Andererseits zeigen die ge wachsenen Strukturen mit ihren offenen und verdeckten Mechanismen ge schlechtsspezifischer Diskriminierung ein erhebliches Beharrungsvermogen. Alte Abschottungen losen sich auf, zugleich aber entstehen n

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Ihren Ursprung hat sie im übergreifenden System gesellschaftlicher, vor allem sozialpolitischer, Regulierung der Beziehungen von Produktion und Reproduktion, Arbeitsmarkt und Familie, vgl. zum Fall Japan Lenz 1984 und 1988. 3 Frauenbildung und -beschäftigung In den folgenden Abschnitten sollen Grundstrukturen und Entwicklungstendenzen der japanischen Frauenbildung skizziert werden.! Im Mittelpunkt stehen die Beziehungen zwischen Fauenbildung und -beschäftigung in den achtziger und neunziger Jahren: Grundlegend neue Trends der Frauenbildungsbeteiligung haben sich in diesem Zeitraum nicht manifestiert.

Die Darstellung unserer Untersuchungsergebnisse in Kapitel 6. Sie haben kaum Zugang zu sekundären Gap. "intelligenten") Dienstleistungstätigkeiten = chishiki säbisu) Dienstleistungstätigkeiten. 3 Frauenbildung und -beschäftigung 49 erster Stelle steht, eine Erstanstellung (1980: 42%), dagegen erhöhten sich die Chancen bei BankenNersicherungenlImmobilien (von 14 auf 20 %). Nahezu konstant ein knappes Fünftel der tandai-Absolventinnen nahmen eine Tätigkeit im Verarbeitenden Gewerbe auf (Ernst, Demes und Post-Kobayashi 1993, S.

151). Ihr Lebrangebot orientiert sich bis heute an eher traditionellen Vorstellungen von Frauenbildung. Neben geistes- bzw. kulturwissenschaftlichen Fächern sind dort haushalts- und erziehungswissenschaftliche Fächer vertreten, die zum Teil auf typische Frauenberufe vorbereiten. Die Studierenden der überwiegend privaten Kurzuniversitäten waren im Zeitraum von 1980 bis 1990 zu über 90 Prozent weiblich (vgl. Windolf 1994, S. 146). Auch unter den Volluniversitäten gibt es reine Fraueninstitutionen.

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